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Interview-Orte: Auf dem Leuchtturm

Ich hatte Muffensausen, als es hieß: Es klappt mit dem Interview auf dem Leuchtturm. Und jetzt guckt euch das an!

Ich hatte Muffensausen, als es hieß: Es klappt mit dem Interview auf dem Leuchtturm. Und jetzt guckt euch das an!

Für Interviews reise ich nicht mehr so oft durch die Gegend wie früher – schließlich machen Videochats es möglich, nicht nur miteinander zu sprechen, sondern einander auch zu sehen. Aus Klimaschutzgründen würde ich nicht mehr für ein Interview nach Kalifornien fliegen, um dort mit Jetlag einer verkaterten Band gegenüberzusitzen. Aber das heißt noch lange nicht, dass ich zur Schreibtischtäterin geworden bin. Auch wenn so was hierzulande verlockend gemütlich armchair journalist heißt.

Nee, ich treffe immer noch Menschen für Interviews von Angesicht zu Angesicht und kriege dabei Amerika zu sehen. Das ist doch was für euch, oder? Eine Serie mit Interview-Orten? Den Anfang macht dieser hier:

Wo war das?

Das Orient Point Lighthouse liegt nicht am, sondern im Meer, in gefährlichen Gewässern. Die sind ja der Anlass, dass da so ein Gebäude steht. Deshalb sind Leuchttürme oft schwer zu erreichen. In diesem Fall – vor der Spitze der nordöstlichen Gabel von Long Island, ungefähr zweieinhalb Autostunden von New York entfernt – musste ich vom dümpelnden Boot aus eine Leiter greifen und dann mehrere Meter hochklettern, um auf eine Plattform zu kommen. Und auf dem Rückweg von der Leiter aus rückwärts mit dem Fuß die Reling des Motorbootes angeln. Oha! Da lockt der Journalistinnensessel doch sehr!

Ach nee, doch nicht. Am Interviewtag war das Meer relativ ruhig, und seit der Kletterei weiß ich, wie sich zu Pulver getrocknete Vogelkacke anfühlt. Weil jedes Geländer, an dem ich mich festhielt, damit überzogen war, empfingen die netten Leuchtturm-Leute mich mit einer Schüssel Seifenwasser. Zur Belohnung gab’s außerdem einen einzigartigen Blick durch die Bullaugen, und auf dem Rückweg kooperierte der Mond mit romantischen Vorstellungen.

Und wer war da zu sprechen?

Auf dem Leuchtturm habe ich zwei Künstler interviewt: Randy Polumbo und Scott Bluedorn. Randy gehört der Leuchtturm, er lädt andere Künstler*innen dazu ein, dort für eine Weile zu arbeiten – genau, das ist ein Kunstresidenzprogramm. Selbstredend hat Randy den Leuchtturm auf Vordermann gebracht und seinen eigenen künstlerischen Handabdruck hinterlassen. Ich hatte leider keine Zeit für eine Fotosafari, aber Randy hat auf dem Leuchtturm-Teil seiner Website viele Fotos.

Scott Bluedorn wiederum war einer der ersten Künstler, die an Randys Programm teilgenommen und auf dem Leuchtturm übernachtet haben. Was Scott zeichnet, illustriert und gestaltet, könnt ihr auf seiner Website und auf Instagram anschauen.

Mit den beiden habe ich nicht nur über ihre Kunst und den Leuchtturm gesprochen, sondern auch über Plum Island, die Insel nebenan. Um die dreht sich ein Dokumentarfilmprojekt von Thomas Halaczinsky, das mir diesen Besuch und die Interviews beschert hat. Der Film hat natürlich auch eine Website, und dort gibt es einen Auszug aus dem Interview mit Randy Polumbo (auf Englisch).

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